1w6 - Ein Würfel System - Einfach saubere, freie Rollenspiel-Regeln

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  Willkommen beimEin-Würfel-System! Das Ein-Würfel-System (1w6) ist ein schlankes, frei lizensiertes, settingunabhängiges Rollen­spiel­regel­werk. (Was ist ein Rollenspiel?) — (Herunterladen) Schnelle, flexible Regeln Klare Ergebnisse, plastische Charaktere Das 1w6-System liefert schnelle, klare Ergebnisse von Handlungen und plastische Charaktere mit deutlichen Er­ken­nungs­merk­ma­len. Dadurch ver­eint es Er­zähl­fo­kus mit starker Bedeutung von Werten und Proben. Selbstbenannte Werte, Gurps und Fudge Charaktere erhalten nur die Eigenschaften, Fertigkeiten und Merkmale, die sie von der Masse abheben, und ihr könnt Regeln aus Gurps und Fudge oder Fate übernehmen, müsst das Rad also nicht neu erfinden. → mehr zu den Regeln… Rollenspiel auf Post-Its » Was würde ich meinen Kindern hinterlassen, wenn ich morgen gehen müsste?« Das Zettel-RPG bietet enen Einstieg ins Rollenspiel auf 32 Post-Its. → was Leute sagen… Steampunk auf einem Handzettel Die Flyerbücher vereinen eine Steampunk-Kampagne in den Neuen Landen mit den Grundregeln des 1w6-Systems auf einem Handzettel. Die Regeln werden durch Module er­wei­tert und eignen sich sowohl für Kampagnen als auch für One-Shots. Und sie verwenden nur einen Würfel, den ±W6. → 1w6 ausprobieren (Downloads)… Einstieg in Fremde Welten » Wenn 3D-Drucker alles her­stel­len können, aber nicht dürfen, und Informationen über Lichtjahre reisen, aber nicht Alle erreichen, dann ist Techschmuggel Wider­stand und Hacken Re­bel­lion.« — Technophob Bist du bereit, für deine Freiheit zu kämpfen? → mehr zu Technophob… Mit- und Weitermachen 1w6 ist ein Freies Rollenspiel. Jeder und jede kann unsere Werke nutzen, um eigene Welten zu entwickeln, zu spielen und zu verbreiten. So bleibt mehr Zeit für eine tolle Welt, anstatt den x-ten Regelsatz zum Lösen eines Konflikts zu erstellen. Wir freuen uns auf alle, die das 1w6-System nutzen, weiterentwickeln oder einfach im Forum mitdiskutieren wollen, um 1w6 noch spannender, bunter und besser zu machen! Du kannst (und darfst!) unsere Werke für dei­ne Welt oder Kam­pagne verwenden, ändern, wei­ter­ge­ben und sogar ver­kaufen. Wir wollen das so :) → Einzelheiten… Kurzlinks Downloads - Regeln - Module - Magie Welten (Technophob, Die neuen Lande, Ante Portas) Tipps für Spielleiter - Programme Forum - Mitmachen - Roadmap Gedanken - Artwork - Leute - Links Unsere Neuigkeiten gibt es auch in den folgenden Sammlern:   ↓ Neuigkeiten↓ Novaĵoj ↓News ↓
Aktualisiert: vor 5 Stunden 36 Minuten

Zettel-RPG auf den Gratisrollenspieltag 2015

Do, 2015-01-22 18:45

Die Zettel-RPGs sind überarbeitet. Aufbereitete Bilder, klarere Texte und Beispiele. Visitenkarten für Charaktere und immernoch alles auf 32 Post-It’s.

Jetzt steht der Gratisrollenspieltag 2015 vor der Tür (am 28. März ist es soweit!), und dafür brauchen wir eure Hilfe.

Ihr braucht gar nicht mehr zu lesen und wollt nur wissen, wie ihr helfen könnt, das Zettel-RPG auf den GRT 2015 zu bringen? Na dann los zu startnext!startnext.de/zettel-rpg-grt2015


startnext.de/zettel-rpg-grt2015

Letztes Jahr hatten nur wenige die Möglichkeit, das Zettel-RPG auch nur zu sehen, weil unsere Mittel nur für ein Heft pro Paket reichten.

Dieses Jahr wollen wir das ändern - und dafür brauchen wir euch. Wir wollen sicherstellen, dass bei diesem GRT alle die Möglichkeit haben, ein Zettel-RPG in der Hand zu halten und dafür wollen wir mindestens 10 Hefte pro Laden drucken. Zusammen sind das etwa 1500 Hefte - auf hochwertigem, halbwegs kindgerechtem Papier 1500€.

Und wir sind sicher, dass wir das mit eurer Hilfe schaffen können! Es müssen sich nur 150 Leute zusammen tun und je 10€ beisteuern, und die Druckkosten sind gedeckt. Natürlich nennen wir alle Spendenden auf der Webseite, und für eine größere Spende steht euer Name in jedem für den GRT2015 gedruckten Zettel-RPG. Wieviel ihr auch beitragt: Ihr helft, das Zettel-RPG auf den Gratisrollenspieltag zu bringen.


   zettel-2014-11-02.pdf

Jetzt hoffen wir, dass wir das zusammen schaffen und freuen uns schon auf einen weiteren tollen Gratisrollenspieltag mit freien Rollenspielen im Laden um die Ecke - und hoffentlich genug Zettel-RPGs, dass alle Interessierten eins mitnehmen können!

startnext.de/zettel-rpg-grt2015

Danke!

AnhangGröße zettel-2014-11-02.pdf6.18 MB zettel-rpg-auf-den-grt2015-vorschau.png373.27 KB

Sexualität, Macht, Verant­­wortung

Mo, 2015-01-12 22:08
YOUNG SEX WORKER by sumaryanto bronto, License cc by.

Melem alias Sternendieb hat einen Kommentar zum Artikel Sexualität im Rollenspiel geschrieben - und mir erlaubt, ihn hier vollständig wiederzugeben.

Er malt ein etwas schwereres Bild der Erlebnisse und zieht andere Schlussfolgerungen - aber lest selbst.

Sexualität im Rollenspiel – Ein Kommentar

In einer Pen & Paper Rollenspielrunde vor etwa zwei Jahren musste u.a. mein männlicher Charakter Neminis eine geschlossene Gesellschaft bestehend aus einflussreichen männlichen Oligarchen infiltrieren, die ihr Geschäft u.a. mit Sklavenhandel betrieben. Hierfür gab sich Neminis selbst als ein Menschenhändler aus, der Weisenkinder aus Krisengebieten aufspürt, sie als Meuchelmörder ausbildet und ihre Dienste, aber auch die ausgebildeten „Produkte“ zum Verkauf stellt. Anders ausgedrückt musste mein Charakter selbst einen profitbesessenen Menschen spielen, der auf die Grundrechte eines empfindungsfähigen Wesens mit Füßen tritt. So kam es, dass Neminis das Angebot eines Sklavenhändlers, der Frauen kauft und ihnen absoluten Gehorsam eintrichtert, ihm für die Nacht eine Liebessklavin zur Verfügung zu stellen, nicht ablehnen konnte. Im Quartier angekommen, war es sehr schwierig, einem tatsächlichen sexuellen Akt auszuweichen, ohne die eigene Tarnung aufzudecken. Seit dieser Runde begleitet die Liebessklavin Kerani Neminis, da sie sich als Besitz von Neminis sieht. Neben dem Versuch Kerani von ihrer Freiheit zu überzeugen und sie abzuschütteln, begleitet sie nun seit jeher Neminis, während dieser versucht ihr ihre Unabhängigkeit begreiflich zu machen. Zwei Jahre später schlitterte Neminis wieder in eine –diesmal eher ausweglose– Situation. Betrunken torkelte er zu seinem Quartier, wurde von Kerani in Empfang genommen und– wachte am nächsten Morgen entspannt, frisch geduscht und ohne jegliche Erinnerung an den vorherigen Abend auf.

Zwar wurde die entsprechende Szene nicht beschrieben, jedoch wurde über den Verlauf des Abends mittels eines Würfelwurfs entschieden, welcher so schlecht verlief, dass jedem Spieler am Tisch klar sein musste, was ingame passiert war.

Als Spielerin saß ich da, dachte an all die Versuche, Kerani verständlich zu machen, dass sie mehr als nur ein Besitz, mehr als eine Sex-/Liebessklavin sein kann, an die vielen Versuche, einen Charakter zu spielen ohne die eigenen Moralvorstellungen und eigenen Prinzipien allzu sehr miteinfließen zu lassen und dass ich es in vielen Momenten nicht geschafft hatte, Neminis Persönlichkeit und meine eigenen Moralvorstellungen voneinander zu trennen.

»Denn anders als Gewalt ist Sexualität tief im eigenen Selbstbild verankert, und sie zu behandeln verwischt die Grenzen zwischen Spielenden und Charakteren -«

Ich stimme Arnes Argumentation zu, dass wir wenige Vorbilder zur „Sexualität als etwas normales“ haben, jedoch muss ich gestehen, dass die Intensität und das Erreichen emotionaler Grenzen in diesen Rollenspielrunden andere, wenn auch weiterhin mit Sexualität verbundene Gründe hatte.

Eine Liebessklavin, die sich als Besitz des Charakters sieht-

Eine Liebessklavin, über die der Charakter Macht besitzt-

Eine Liebessklavin, über deren körperlichen und geistigen Zustand und deren Schicksal der Charakter die Gewalt hat-

Der Grund für die erlebte Spielintensität lag u.a. darin, dass die im Spiel beschriebene Sexualität um die Attribute Gewalt und Macht erweitert wurde.

Dabei müssen nicht zwangsläufig am eigenen Leib widerfahrene sexuelle Gewalterfahrungen notwendig sein, um das Konzept Macht <-> Sexualität <-> Gewalt in dieser Intensität zu erleben.

Meine Interpretation folgt der Argumentation, dass Sexualität, Gewalt und Macht auch im Alltagsleben, d.h. auch im Umgang mit dem eigenen Sex-/Lebenspartner ohne bewusste/gewollte Gewaltintention Hand in Hand gehen können. Dies ist zwar eine für viele verstörende, vielleicht jedoch durchaus berichtigte Interpretation von sexuellen Handlungen. Eine solche Situation kann folgendermaßen aussehen:

Zwei sich gegenseitig attraktiv findende Personen befinden sich in einer romantisch-erotischen Situation und es kommt im Verlauf des Geschehens zu einer sexuellen Handlung. Die zugrunde liegende Motivation kann darin bestehen, dem jeweils anderen Lust/Vergnügen/Befriedigung bereiten und/oder die eigenen Bedürfnisse erfüllen zu wollen. Dies impliziert, dass die Emotionen und Handlungen des anderen zu Gunsten des eigenen Antriebs, egal wie selbstlos dieser erscheinen mag, beeinflussen zu müssen. Dies kann durch sich gegenseitig

»anheizen«

wollen passieren: die Personen verhalten sich entsprechend und agieren nach einem Muster, um die gewünschte Reaktion bei dem anderen auszulösen. Und in dieser Verhaltensweise zeigt sich das Machtspiel. Um die gewünschte Reaktion zu erzielen und das zugrunde liegende Bedürfnis zu erfüllen, wird gewollt/ungewollt bzw. bewusst/unbewusst versucht, Macht über die andere Person auszuüben.

So gesehen, war Sex schon immer mehr als reine Leidenschaft- Sex ist Macht. Macht, die ein Einzelner auf andere ausübt oder von höheren Instanzen wie Staaten instrumentalisiert wird (siehe Ein-Kind-Politik in China, Regulierung der Prostitution, Verbote und Strafen bei sexuellen Praktiken wie Exhibitionismus oder Wahl des Sexpartners im Falle von Homosexualität). So rückt das Thema Sexualität in den Fokus der Öffentlichkeit, wodurch sich infolgedessen gesellschaftliche Normen und moralische Regeln zum Thema menschlicher Sexualität entwickeln. Im Verlauf unserer sexuellen Entwicklung formen diese von der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft geprägten/vorgepredigten Bilder unser Verhaltensmuster und formen unsere Vorstellung von einer sexuellen „Normalität“ (wobei es diese eigentlich nicht geben kann: denn wie kann eine normale Sexualität existieren, wo sie doch von Individuum zu Individuum, von Kultur zur Kultur und abhängig vom Wandel der Zeit anders gesehen und praktiziert wird?).

Es zeigt sich, dass Sexualität weder privat noch frei und dass Sex ein Machtspiel ist.

Es ist jedoch eine Sache, dieses Konzept theoretisch zu thematisieren, eine andere aber, einzugestehen dass die tatsächlich erlebte Sexualität mehr ist als unsere Vorstellung von Sex als Vergnügung.

Das Einbringen der Liebessklavin Kerani in die Rollenspielrunde konfrontiert uns mit diesen Gedanken, da sie durch ihre Konditionierung zu Gehorsam und ihrem „Beruf“ als Liebessklavin der Inbegriff der unfreien Sexualität und die Personifizierung der „negativen“ Seiten der Sexualität ist. Die Präsenz von Kerani bereitet uns Unbehagen, denn sie ist das Spiegelbild unserer Ängste in Bezug zur Sexualität. Sie erinnert uns daran, dass Sexualität ein Machtspiel ist, dass ein Einzelner (in diesem Falle mein Charakter Neminis bzw. ich), die Gesellschaft (die Spieler in der Rollenspielgruppe, wenn sie Vorschläge zum Umgang mit Kerani einbringen) aber auch höhere Instanzen (Organisationen wie die Herrenrunde) Macht über die Sexualität eines Individuums haben und sein Sexualverständnis maßgeblich beeinflussen und definieren.

Kerani erinnert uns aber auch an die „negativen“ Aspekte der Sexualität: Sie zeigt uns, dass Sex nicht immer mit (eigenem) Vergnügen zusammen hängt. Hier kommen persönliche Ängste und eigene Erfahrungen ins Spiel: Wie oft fragen wir uns, ob auch der Sexpartner Spaß am sexuellen Akt hat? Vielleicht erinnern wir uns auch an die Male, wo der Akt uns selber keinen Spaß bereitet hat bzw. daran, dass der sexuelle Akt einem sogar Schmerzen bereitet und man trotzdem weitergemacht hat? Und auch hier erinnert uns Kerani an unsere Ängste, nämlich dass das sexuelle Vergnügen nur gespielt/vorgetäuscht sein kann, denn als Liebessklavin muss Kerani zu jeder Zeit unabhängig von ihrem eigenen Lustempfinden in der Lage sein, ihre „Kunden“ zufrieden zu stellen, d.h. mitunter eigene Lust vortäuschen.

In einer Rollenspielrunde Sexualität zu thematisieren kann bedeuten, dass man sich auf ein vielleicht bis dahin für Spieler und Spielleiter unerforschtes Territorium wagt, auf dem nicht nur die von der Gesellschaft vorgepredigten sexuellen Vorbilder anzutreffen sind, sondern auch Tretminen, die einem offenbaren können, dass Sexualität mit Macht, Gewalt, Unterdrückung und Unwahrheiten verflochten ist.

Ich denke, dass der Grund, weshalb es uns in einer Rollenspielrunde schwer fällt, mit solchen Situationen, in denen Sexualität thematisiert wird, umzugehen, darin liegt, dass wir vordergründig wenig Stoff bzw. Vorbilder bezüglich der oben genannten „harten“ Probleme besitzen und mit diesen Problemen meist (für lange Zeit) allein gelassen werden. Die Begegnung mit einer solch ungeschminkten Form der Sexualität kann einem Trauma gleich kommen, denn der Spieler muss sich bewusst/unbewusst entscheiden, ob er diese Wechselwirkung von Macht <-> Sexualität <-> Gewalt sich selbst gegenüber eingestehen möchte und sich damit von dem romantisch-erotischen Bild der eigenen sexuellen Beziehung verabschieden will, was vorhandene oder künftige sexuelle Beziehungen verkomplizieren und schwerer ertragbar machen kann. Oder die Begegnung kommt einer schmerzenden Wunde gleich, weil sie womöglich eigene Erfahrungen und Ängste wieder real werden lässt- und dass vor anderen Spielern, wo die meisten von uns doch nicht gelernt haben, über solche Probleme offen zu reden.

Das hat zur Folge, dass wir -konfrontiert mit diesen Themen- mit Unwohlsein und mit Überspielen der Situation reagieren. Zudem kann unsere Reaktion auf solche Themen in einer Rollenspielrunde ziemlich viel über unser Verhalten, unsere Wünsche, Ängste und Probleme in Bezug zum Thema Sexualität verraten. Zumindest habe ich in unseren Rollenspielrunden das Gefühl gehabt, einiges über die Spieler und dem Spielleiter in Erfahrung gebracht zu haben, ohne dass es ihnen zunächst bewusst war oder sie es gar beabsichtigt hatten. Ich glaube, auch ich habe einiges unbeabsichtigt Preis gegeben. Und dies wirft die Frage auf, ob und was wir über unseren Umgang mit Sexualität anderen gegenüber verraten möchten.

Zum Abschluss möchte ich anmerken, dass die Reaktionen der Spieler natürlich auch von anderen Faktoren beeinflusst werden. In einer Diskussion mit Knox http://www.xonk.de/ wurde z.B. der Einfluss von sozialer Verantwortung auf die Reaktionen der Spieler in Bezug zur Sexualität angesprochen. In Arnes Kommentar wird davon gesprochen, dass bei der Ausübung von Gewalt, deren Auswirkungen über das Schicksal der spielenden Charaktere hinausreicht, eine Sondersituation eintritt:

»Wieder anders ist das bei der „wir kämpfen um soziale Macht auszuüben“-Gewalt. Die ist meiner Erfahrung nach im Vergleich zum Kämpfen um zu töten wieder ein schwieriges Thema.«

Wir erleben, dass Spieler auf Handlungen vorsichtiger reagieren, durch die sich Konsequenzen auf andere unbeteiligte Personen wie z.B. ganze Gesellschaften ergeben . In dem Beispiel aus diesem Zitat geht mit Macht soziale Verantwortung einher. Wenn Charaktere bzw. Spieler über das Schicksal weiterer Personen, die nicht in ihr Verantwortungsgebiet fallen, entscheiden müssen, können sich wieder eigene Moralvorstellungen und eigene Prinzipien dazwischen schalten und unsere Entscheidungen ingame beeinflussen. In diesem Kontext wäre unser Unbehagen bezüglich des Themas Sexualität bzw. der Person Kerani so zu erklären, dass durch Keranis fehlenden eigenen Willen und ihre vollständige Unterwerfung unter den Willen des Spielers, ein Spieler in die Rolle des Machthabers gedrängt wird und die Zustimmung zu einer sexuellen Handlung mit Kerani einem potentiellen Macht- bzw. Verantwortungsmissbrauch gleichkommt.

Dadurch hätte das Unbehagen, welches bei in Rollenspielen beschriebenen sexuellen Situationen auftritt, die gleichen Ursachen wie das Unbehagen, welches verspürt wird, wenn ingame das Gefühl von sozialer Verantwortung übernehmen zu müssen auf andere Weise getriggert wird wie z.B. bei der im obigen Zitat erwähnten

»„wir kämpfen um soziale Macht auszuüben“-Gewalt.«

Wir sehen, dass das Unbehagen bei Konfrontationen mit dem Thema Sexualität in Rollenspielen (aber evtl. auch in der Realität) vielschichtige Gründe haben kann. Hier spielen persönliche Erfahrungen eine wichtige Rolle. Da ich persönlich seit der Oberstufe viel zum Thema Emanzipation, Feminismus und Sexualität gelesen habe, sehe ich das Unbehagen beim Thema menschlicher Sexualität vordergründig in der Wechselwirkung zwischen Macht <-> Sexualität <-> Gewalt.

Zusätzlich zu ihrem Text hat Mariam ihre Kernaussagen auf Twitter zusammengefasst und dabei so prägnant geschrieben, dass diese Textschnipsel eine fast ideale Zusammenfassung bilden.

Willst du einen kleinen Vorgeschmack auf dem Kommentar zu deinem Text? ¹

Der Grund für die Intensität lag ua darin dass die im Spiel beschriebene Sexualität um die Attribute Gewalt & Macht erweitert wurde ²

Es zeigt sich, dass Sexualität weder privat noch frei und dass Sex ein Machtspiel ist.³

Es ist jedoch eine Sache, dieses Konzept theoretisch zu thematisieren eine andere aber, einzugestehen dass die tatsächlich erlebte Sexualität mehr ist als unsere Vorstellung von Sex als Vergnügung

Das Einbringen von der Liebessklavin Kerani in die Rollenspielrunde konfrontiert uns mit diesen Gedanken, da sie durch ihre Konditionierung zur Gehorsam und ihrem „Beruf“ als Liebessklavin der Inbegriff der unfreien Sexualität und die Personifizierung der „negativen“ Seiten der Sexualität ist. Ich denke, der Grund, weshalb es uns in einer Rollenspielrunde schwer fällt, mit solchen Situationen, in denen Sexualität thematisiert wird, umzugehen, darin liegt, dass wir vordergründig wenig Stoff bzw. Vorbilder über die oben genannten harten Problemen besitzen &mit diesen Problemen meist (für lange Zeit) allein gelassen werden

Zudem kann unsere Reaktion auf solchen Themen in einer Rollenspielrunde ziemlich viel über unser Verhalten, 1/2
unsere Wünsche, Ängste und Probleme in Bezug zum Thema Sexualität verraten. 2/2

Und zum Schluss: Und dies wirf die Frage auf, ob und was wir über unseren Umgang mit Sexualität anderen gegenüber verraten möchten.

Sexualität im Rollenspiel

Sa, 2014-11-29 22:42

1 Vor zwei Jahren habe ich nach einer sehr intensiven Runde einen Text zu Sexualität im Rollenspiel geschrieben, aber nicht auf 1w6 veröffentlicht. Vor zwei Wochen hat mich eine Spielerin in meiner Runde wieder daran erinnert, nachdem eine weitere unserer Runden das Thema aufgegriffen hat. Ich habe den Text überarbeitet und um zwei Jahre Erfahrung erweitert.

Inhalt Beklemmende Intensität erleben

Ich denke, dass Sexuelles immer eine besondere Situation ist - nicht unbedingt weil ich es theoretisch begründen könnte, sondern weil ich vor zweieinhalb Wochen eine Runde geleitet habe, in der ich bewusst heftige Anspielungen reingebracht habe. Das Spiel hatte eine ganz andere Intensität als sonstige Runden, aber auch eine starke Brisanz: Wir waren ständig an verschiedenen emotionalen Grenzen.

Die Charaktere sollten eine Herrenrunde infiltrieren, die ihre Frauen kauft und auch sonst im Sklavenhandel aktiv ist. Interessanterweise hat der männliche Spieler eine Frau gespielt und die weibliche Spielerin einen Mann (sie sind im echten Leben zusammen). Ihre Charaktere sind als Paar mit falscher Identität in die Runde gegangen (angeblich gehörten sie dazu) und durften so lange nicht aus der Rolle fallen, bis sie es geschafft hatten, einer Doppelagentin in dieser Runde eine Black-Box auszuhändigen.

Ich habe ihnen vorher gesagt, dass das Konzept recht heftig werden könnte und explizit gefragt, welche Grenzen wir setzen wollen (alleine das anzusprechen war schon ein komisches Gefühl - beklemmend). Das Ergebnis war „keine Vergewaltigung“. Ich habe das relativ weit ausgelegt als „keine auch nur entfernt mit Sexualität verbundenen Situationen, in denen es keine Fluchtmöglichkeit gibt - weder sozial noch physisch begrenzt“. Will heißen: Sie konnten immer weggehen.

Es kam dann noch nicht mal zu irgendwelchen sexuellen Handlungen im Spiel, aber alleine die Beschreibung wie sich eine Sklavin dem Charakter der Spielerin angeboten hat - und wie der Charakter sich herausgewunden hat, ohne aus der Rolle zu fallen - hatten eine ganz andere Intensität als ein Kampf.

Und es ist etwas völlig anderes, Orks zu beschreiben, die die Charaktere verstümmeln wollen, als chauvinistische Arschlöcher zu spielen, die dem Charakter erzählen, dass er seine Frau nicht genug unter Kontrolle hat und ihm anbieten, ihm eine Gehorsamere zu besorgen - oder davon schwärmen, dass ihre Sklaven einen völlig natürlichen Gehorsam haben.

Es gibt dabei keine so starke Abstraktionsebene, hinter der ich mich als SL verstecken kann. Ich bin für die kurze Zeit ein chauvinistisches Arschloch, und damit müssen sowohl ich als auch die Spieler klarkommen. Und wir müssen diese Maske auch wieder loswerden.

Die Runde war als bewusste Konfrontation mit dem Thema geplant - auch weil ich wusste, dass der Spieler und die Spielerin untereinander immer mal wieder Feminismusdiskussionen haben. Die Runde stellte die Frage „wie reagiert ihr, wenn ihr offen mit einer sexistischen, frauenfeindlichen Gruppe konfrontiert seid und nicht direkt auf Konfrontationskurs gehen könnt“. Effektiv eine Selbsterfahrungsrunde, um die eigenen Reaktionen auszuloten. Aber selbst mit dieser ganz klaren Grundausrichtung hätte ich die Runde vermutlich nicht geleitet, wenn ich nicht zumindest den Spieler seit über 10 Jahren kennen würde und mir sicher gewesen wäre, dass die Spielerin damit umgehen kann.

In einer Runde mit Leuten, die ich nicht so gut kenne - und die mich nicht so gut kennen - hätte ich das nicht gewagt, weil ich da nicht hätte sicher sein können, dass ich die Masken in der Vorstellung der anderen wieder loswerde. Auch so glaube ich, dass einige Spuren übrig geblieben sind und mich die beiden jetzt ein bisschen anders sehen als vorher - und ich bin nicht immer sicher, ob mir das recht ist. Bestimmte Aspekte von mir kennen sie besser als meine Frau.

Vorbilder, Tabuisierung und Erkundung

Ich denke, auch wenn die Runde ein extremes Beispiel war, kommen diese Schwierigkeiten bei jedem Ausspielen von Sexualität zum tragen. Wir sind viel direkter in der Handlung als bei Kämpfen.

Vielleicht liegt das allerdings auch daran, dass wir von Sexualität viel weniger vielfältige Vorbilder aus den Medien haben. Ich kenne dabei grundlegend nur 4:

  • Hollywood. Da bedeutet Sex „sie sinken in die Laken“ - vielleicht noch mit ein paar Anspielungen davor oder mit einem sich biegenden Rücken.

  • Romantik. Da wird ewig geflirtet, aber es passiert nie was.

  • Softcore. Da wird der weibliche Körper bis zum Exzess beschrieben.

  • Hardcore. Da klatscht Fleisch auf Fleisch und lange Dinge werden gerieben und in Öffnungen geschoben.

Wir haben allerdings kaum Vorbilder zu Sexualität als etwas normales. Z.B. 5 normale Arten, wie ein Paar sich erst gegenseitig anheizt¹, dann sich körperlich nahe kommt, Geschlechtsverkehr hat und die Intimität ausklingen lässt.

¹: Wisst ihr ein besseres Wort als „anheizt“? Schon alleine dass ich das fragen muss, ist Teil des Problems…

Im Kampf habe ich Bilder im Kopf von dem Ninja und dem Barbar, und von dem ehrenhaften Krieger, dem kleinen Goblin, dem Schützen, dem Straßensamurai, dem Wolfsrudel, dem Oger und vielen mehr. Und meine Spieler und Spielerinnen haben das auch.

Entsprechend kann ich im Kampf diese Bilder einfach benutzen, ohne dass sie sofort mit mir selbst assoziiert werden.

Bei Sexualität ist das anders. Ich kenne über 50 Arten, wie ein Kampf beginnen kann, aber nur etwa 3 Arten, wie sich ein Mann in einer halbwegs normalen Situation einer Frau nähern kann, die ihn interessiert: Die Antithese (chauvinistisches Arsch), „einfach ich selbst sein und mein Interesse ignorieren, aber offen bleiben“ (das war ich, bevor ich meine Frau kennengelernt habe - wie ich jetzt bin kann ich nicht einmal erklären, auch nicht nach den 10 Jahren, die wir nun zusammen sind) und Anime-Jungfrauen-Stil (der schüchterne Mann, der schon Panik kriegt, wenn er auch nur eine Spur nackter Haut sieht).

Fernsehen und Bücher helfen mir da auch recht wenig, weil sich Sexualität darin fast immer aus Situationen ergibt, aber nicht von den Personen kommt. Irgendwie kann da jeder und jede zu Sex kommen, wenn die Situation es grade braucht. Und dann ist das halt so. Und wird irgendwie zum Gutteil ausgeblendet (oder abgeblendet). Oder der gesamte Spannungsbogen dreht sich darum, dass zwei Charaktere zusammen sein möchten aber nicht zusammenkommen (aktuell: Castle). Aber Sexualität ist nie etwas normales. Kampf dagegen schon, zumindest im Action-Genre - und auch sonst gibt es in fast jeder Serie mindestens Prügeleien.

Entsprechend ist ein Spiel, in dem Sexualität vorkommt, fast immer erkundend: Wir müssen erst neue Muster finden, und entsprechend sind die Muster, die wir erschaffen, viel stärker mit uns selbst assoziiert.

„Wir sind Helden“ haben gesungen „die Deutschen flirten sehr subtil“. Vielleicht war das noch zu nett.

2Fragt mal eure verheirateten Freunde oder Freundinnen, wie sie mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin Zärtlichkeiten austauschen - und wartet auf die langen oder empörten Gesichter. Dann fragt sie, was sie mit jemandem machen würden, der ihren Partner oder ihre Partnerin verletzt hat. Oder was sie machen würden, wenn sie jemand angreift. Das ist für die meisten viel einfacher (zumindest für die meisten, die ich kenne).

Normale Sexualität ist in unserer Gesellschaft zutiefst taubisiert - obwohl wir ständig mit überhöht sexuell aufgeladenem Material konfrontiert werden - oder gerade deswegen. Ich bin mir sicher, es gibt soziologische Abhandlungen dazu…

Worauf ich mit dem ganzen hinaus will: Normale Sexualität ist so stark tabuisiert, dass die Wahrscheinlichkeit extrem groß ist, dass in einer Rollenpiel mindestens eine Person dabei ist, die nur wenige archetypische Bilder zu normaler Sexualität im Kopf hat - oder für die Sexualität ein schwieriges Thema ist (ganz zu schweigen davon, dass vermutlich 10% der Leute hierzulande sexuelle Gewalt erlebt haben).

Bei der „wir kämpfen um zu töten“-Gewalt sieht das anders aus. Dazu haben wir massenweise Literatur.² Entsprechend ist Sexualität im Rollenspiel schon alleine von den Vorraussetzungen her, die die Beteiligten mitbringen, etwas völlig anderes als Kämpfe. Wir haben dazu viel weniger vorgefertigte Bilder und dadurch können wir viel schwerer eine von uns selbst abgelöste fiktionale Situation erschaffen.

²: Wieder anders ist das bei der „wir kämpfen um soziale Macht auszuüben“-Gewalt. Die ist meiner Erfahrung nach im Vergleich zum Kämpfen um zu töten wieder ein schwieriges Thema. Weswegen regen sich wohl Leute darüber auf, wenn ein anderen NSC sagt „wir machen jetzt das, sonst schlage ich dich“, nicht aber, wenn ein NSC versucht, die Charaktere zu töten.

Wir können jetzt natürlich sagen „das ist ein Missstand, den wir durch Rollenspiele beheben können“, aber da müssen wir uns im Klaren darüber sein, dass das dann eben gemeinsame Erkundung ist - und entsprechend eben kein lockeres „wir spielen jetzt auch Verführungen aus“.

Erstes Fazit

… ich glaube, ich habe in meinem Leben noch nicht so konkret und tiefgehend über das Thema nachgedacht wie hier… verdammt spannend - und kompliziert. Ich hoffe, ich konnte euch trotz des länglichen Textes ein paar neue Ideen dazu vermitteln - auch dazu, wo Schwierigkeiten liegen können, die wir beachten sollten, wenn wir Sexualität in das Spiel aufnehmen wollen.

Zwei Jahre später

Es ist jetzt zwei Jahre her, dass ich diesen Text ursprünglich geschrieben habe, und ich kann noch einen Rückblick dazu geben.

Durch die Runde hat sich unsere Gruppe nicht fundamental geändert. Wir haben etwas tieferes Verständnis gewonnen, aber auch heute spielen wir gerne lockere Gewaltexzesse, und wir sind dadurch weder zu einer reinen Moraltruppe geworden noch zu einem Kreis SM-Fetischisten. Die meisten Runden sind wie vorher.

Aber manches ist eben doch intensiver geworden.

Die Liebessklavin, die dem Charakter der Spielerin geschenkt wurde, hat sich bei der Flucht der Charaktere aus der Herrenrunde auf das Schiff der Charaktere geschlichen, denn sie sieht sich als Besitz des Charakters. Sie heißt Kerani, ist auf der Machtstufe der anderen Charaktere erschaffen und hat den Nachteil „Gehorsam“. Ihr „Besitzer“ (der Ranmex „Neminis“) versucht, ihr zu helfen, ihren eigenen Willen und ein neues Selbstbild zu finden. Aber das ist ein langer Prozess, und er kann Rückschläge erleiden - oder zumindest etwas, das wie Rückschläge wirkt.

Die letzte Runde: Sexualität, Macht und moralisches Glatteis

In der letzten Runde hatten wir eine Situation, von der ich später erkannt habe, dass sie über die Grenze hinaus ging, die wir für die erste Runde definiert hatten: Neminis hat sich völlig betrunken und kam Nachts zurück. Ich sagte der Spielerin „ich kann jetzt wirklich böse sein. Soll ich?“. Sie bejahte, und ich ließ Kerani Neminis so begrüßen, wie sie es gelernt hatte - und ließ die Spielerin würfeln, ob ihr Charakter seinen Moralvorstellungen folgt oder den Künsten Keranis erliegt, es also nicht schafft, ihr zu befehlen aufzuhören.

Ich bin davon noch einmal zurückgeschreckt, habe die Szene ausblenden lassen und der Spielerin gesagt, dass sie selbst entscheiden kann, was passiert ist. Neminis hatte keine Erinnerung an den Rest der Nacht. Als sie dann aber inplay versucht hat, herauszufinden, was passiert ist, wurde mir klar, dass sie von mir erwartete, die Entscheidung zu treffen. Also war Neminis am nächsten Morgen völlig entspannt, frisch geduscht und hatte keine Spur eines Katers. Kerani war nicht zu sehen, war aber seit zwei Stunden wieder auf ihrem Quartier. Den Bordarzt zu bitten, zu untersuchen, ob er und Kerani Sex hatten, war Neminis dann zu peinlich, also weiß er nicht wirklich, was passierte. Wir als Spielende wissen es allerdings, weil wir das Ergebnis des Wurfes kennen.

Später haben die Charaktere versucht, Kerani als Köder zu nutzen, um einen Schmuggler aus seiner sicheren Umgebung zu locken. Sie sollte unsicher wirken, um ihn zu verlocken, ihn aber auf Abstand halten (ich habe mir den Befehl aufgeschrieben, um sicher sein zu können, dass ich ihm wirklich folge). Nach etwas Nachdenken habe ich die spannendste Variante dafür gefunden: Kerani hielt ihn auf Abstand, indem sie zum Ende des Gespräches sagte, dass sie Neminis gehört. Das sorgte dafür, dass sich die Charaktere wieder selbst um die Lösung des Plots kümmern mussten - und dass der Schmuggler anbot, Kerani zu kaufen. Und viel anbot. Ich glaube, dass erst da die Charaktere realisiert haben, dass wenn sie Kerani verkaufen oder sonstwie als Ware weitergeben würden, Kerani das akzeptieren würde. Und sie sie dann für immer verloren hätten, weil jemand anders sie nicht wieder gehen lassen würde. Ich glaube, dass sie da erkannt haben, wie weit sie auf moralischem Glatteis laufen, wenn Kerani dabei ist.

(Ich sage hier Moral und nicht Ethik, weil es das ist, an dem wir hier kratzen: Unsere persönlichen Moralvorstellungen als Teil unseres Selbstbildes.)

Sie haben danach immer wieder versucht, Kerani zu fragen, was sie selbst will. Was nicht gelang: Sie wollte natürlich, was Neminis will. Zum Ende der Runde zeigte sie allerdings eine Spur eigenen Willen: Sie drängte Neminis, zu sagen, dass sie ihm gehört. Als er das endlich tat, antwortete sie „dann bin ich sicher“. Ich hatte vorher überlegt, wie man es schaffen kann, dass Menschen wirklich jede Spur von Freiheit aufgeben. Die Lösung, die ich selbst verstehen konnte, war, dass Kerani panische Angst davor hat, keinen Besitzer zu haben, weil sie darauf konditioniert wurde, dass keinen Besitzer zu haben bedeutet, dass sie Freiwild für Alle ist.

Kerani hat nach der Runde mit einem Teil der Erfahrungspunkte ihren Gehorsam gesenkt. Und ihren Beruf „Sexsklavin“ gesteigert. Was genauso ambivalent ist, wie der gesamte Ablauf der Runde.

Abschluss

Das Beispiel sollte zeigen, wie sehr wir an eigene Grenzen gehen, wenn wir Sexualität ernsthaft in die Runde integrieren.

Die dunklen Seiten von Sexualität führten zu Macht über Andere in einem Gebiet, in dem uns selbst unwohl werden kann. Wäre Kerani einfach nur eine Sklavin in einem Spiel, in dem Sexualität komplett ausgeklammert, abstrahiert oder oberflächlich ist, würde ihr fast absoluter Gehorsam bei weitem schwächere Reaktionen bei den Spielenden auslösen, weil er nicht so nahe an der eigenen Psyche kratzen würde.

Vor der letzten Runde hatte niemand ernsthaft versucht, Keranis Gehorsam auszunutzen, auch wenn ein Charakter einmal entsprechend Kommentierte, der explizit verantwortungslos handeln soll, aber der konnte es nicht, weil Neminis Kerani nie befohlen hätte, ihm zu gehorchen - und sein Spieler wusste das. In der letzten Runde hatten sie glaube ich nicht wirklich erkannt, wie heftig das werden kann. Sollte es jemand wirklich versuchen, wird das für mich wahrscheinlich ein Tanz auf dem Messer, um gleichzeitig auf die Grenzen aller Beteiligten zu achten, die maximal mögliche Intensität der Situation zu finden und auch auf die Grenzen meiner eigenen Psyche zu achten. Verdammt spannend und intensiv, aber auf seine eigene Art gefährlich.

Denn anders als Gewalt ist Sexualität tief im eigenen Selbstbild verankert, und sie zu behandeln verwischt die Grenzen zwischen Spielenden und Charakteren - womit wir wieder beim Thema sind.

Um das Thema vorläufig abzuschließen, können wir die Besonderheit von Sexualität im Spiel auf die Spitze treiben, indem wir von Sinnlichkeit sprechen - einem Aspekt der Sexualität, der sich kaum abstrahieren lässt.

Und damit möchte ich euch zwei Fragen auf den Weg geben:

Wie wirklich ist vorgestellte Sexualität, wenn das Erlebnis von körperlichem Sex zu einem großen Teil in der Vorstellung geformt wird?

Wie weit kann ich es wagen, mit Spielenden zu interagieren, ohne emotionale Reaktionen bei mir oder Anderen hervorzurufen, die die Spielrunde oder die Stabilität unserer wirklichen Leben gefährden?

Viel Spaß beim Spielen (mit euren Grenzen)!

Und bei allem Spaß am Experimentieren: Gebt aufeinander Acht.

  1. Das Bild Bound by Love wurde für WTactics gezeichnet und ist lizensiert unter GPLv3+.3 

  2. Das Bild Pirate Bernadette wurde von Mike Perry für den No Dice Comic gezeichnet und ist lizensiert unter GPLv3+. 

  3. Ich verwende hier nur Bilder von Frauen, weil ich keine GPL lizensierten Bilder von verschieden geschlechtlichen Paaren zur Hand habe, und weil das Bild von zwei Männern von der Zeichenqualität her weit hinter den anderen Bildern zurückfällt. Auch das sagt etwas zur aktuellen Tabuisierung von Sexualität aus - obwohl es auf Deviantart und Fanfiktion einige gibt, die versuchen, diese Tabuisierung zu durchbrechen - so wie Künstler das zu allen Zeiten getan haben (leider mit wechselhaftem Erfolg).  

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Infinite Hands (Remastered Version)

Mi, 2014-11-19 22:41

Basierend auf dem Draft with Bodhran and Flute von Drak's Song "Infinite Hands" habe ich mal mit dem Audacity-Projekt gedaddelt, da mir die Flute zu laut war und teils unangenehm war ( besonders bei höheren Tönen ).

Welche Änderungen ich genau gemacht habe, steht im README-File meines Github/Mercurial - Projektes.

Github :

git clone https://github.com/SaschaMester/InfiniteHandsRemaster

Mercurial :

hg clone https://bitbucket.org/SaschaMester/infinitehandsremaster

Enthalten sind Songtext, das originale Audacity-Projekt von Drak, und meine Version in sowohl MP3 als auch OGG.

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Grobentwurf für ein Technophob Cover

Di, 2014-11-18 08:42

Mit Trudys toller Zeichnung von Kass vor Augen habe ich endlich eine Idee für ein moderneres Cover von Technophob gefunden - und als Grobentwurf umgesetzt:


(Klickt auf das Bild für die Große Version)

Der zeitgleichen1 Landung auf einem Kometen2 zu ehren habe ich das Cover Philae genannt :)

» Das Buch: Technophob «

Die Quelldatei gibt es wie üblich bei den Release-Dateien: /releases/technophob-titel-v0.1.xcf (weil sie zu groß ist, um sie effektiv im einfachsten (und überall funktionierenden) setup unserer Versionsverwaltung zu halten).

Der Entwurf ist noch sehr grob, pixelig und wird den Quelldateien in keiner Weise gerecht (die große Fassung zeigt das deutlich), aber mir persönlich gefällt er - und er ist ein riesiger Schritt vorwärts für Technophob als Buch.

Was denkt ihr dazu?

  1. Das Cover ist am Abend des 12.11.2014 entstanden, während ich immer wieder nach Informationen zur Landung von Philae gesucht habe. 

  2. Fuck, wir landen auf Kometen! OK, nicht wir, sondern Roboter. Fuck, UNSERE ROBOTER LANDEN AUF KOMETEN! Auf eisigen Reisenden durch das All, in denen das, was ewig schläft, darauf wartet, vom Licht der Sonne erweckt zu werden… (zu viel Kaffee und Grüntee im Blut… ich hätte die neue Kaffeemaschine nicht testen sollen… *gg*) Zusätzlich zu Trudys Bild von Kass verwendet das Cover die Entwürfe des Überwachungsbereiches der Docks und des Marktbezirks von Neldrion von der Weltenwanderer-Saga

Idee: Online-Rollenspielsettings ( Skype, Mumble, etc. ) als Podcast

Di, 2014-11-04 14:43

Im Mitschnitt eines relativ alten TheRadioCC - Mitschnittes - der Sendung "Powergurke" vom 04.07.2014 - geht es um Podcasts - und zwar stellen die Moderatoren ihre Podcast-Zuhör-Anfänge vor ( technischerseits ) und stellen auch die Podcasts vor, die sie aktuell so hören.

Mitunter kommt auch ein Podcast zur Sprache, bei dem es nicht UM Rollenspiele geht, sondern einfach Mitschnitte von Skype-/Mumble-/etc. - Sessions sind, wo gespielt WIRD.

Wäre so etwas nicht auch mal eine Idee für 1w6, dass man mal Online-Spielrunden abhält, die als OGG, MP3, Opus, was auch immer mitgeschnitten werden und dann als Podcast zur Verfügung gestellt werden?

Nur mal so als Einwurf ;-)

Drupal: Sicherheitslücke in 7.x

Di, 2014-11-04 13:32

Gestern durch Zufall durch Hören eines Podcastes auf TheRadio.cc erfahren:

In Drupal 7.x gibt es seit Mitte Oktober eine Sicherheitslücke. Ich habe diese bei meiner eigenen Drupal-Instanz soeben geschlossen.

Die Sicherheitslücke ermöglichte SQL-Injections. Der "Vorteil" bzw mein persönliches Glück im Unglück war, dass zumindest die automatisierten Angriffe ihre Spur insofern hinterlassen, als dass sie diese Lücke nach ihrem Angriff selber schliessen. Heisst wäre diese Lücke bereits "wie von selbst" geschlossen gewesen, hätte ich mir weitere Gedanken machen müssen - auch wenn es auf meiner Drupal-Installation nur einen Account gibt, und das ist mein Eigener.

Wie schliesst man diese Lücke? Der auf drupal.org präsentierte Patch nimmt nur eine Änderung vor. Wer also keinen Server hat, und wie im Fall meines Hosters nicht mal fsockopen() freigeschaltet hat ( was bedeutet, dass für Drupal keine automatischen Updates vorgenommen werden ), UND noch dazu keine Shell-Commands per PHP ausführen kann ( hat mein Hoster aus verständlichen Sicherheitsgründen deaktiviert ), muss das manuell über diese eine betroffene Datei per FTP bewerkstelligen.

Sucht in eurer Drupal-Installation diese Datei:

[drupal]/includes/database/database.inc

In dieser Datei sucht ihr diese Zeile :

foreach ($data as $i => $value) {

Die ersetzt ihr durch :

foreach (array_values($data) as $i => $value) {

Das wars schon ;)

Wer Patchfiles lesen kann ( was nicht sonderlich schwer ist ), kann hier das entsprechende Patchfile von drupal.org nochmal selber einsehen.

Das hat für euch den Vorteil, dass ihr euch im richtigen Kontext bewegt ( die Zeilen vor und nach der betreffenden Codezeile werden nochmal dargestellt ), und hat zudem noch den Vorteil, sichergehen zu können, dass ich euch nicht dazu verleite, unter falschem Vorwand Sicherheitslöcher in eure Drupal-Installation zu reissen ( Hoaxing ).

Kass hat ein Gesicht!

Do, 2014-10-30 22:15

…und einen Charakter, einen Laptop und sogar einen improvisierten Schiffs-Kommunikator!1

.imgcontainer img {width: 100%}

Diesen Sonntag hat mir Trudy eine Zeichnung zu Kass (aus Technophob) geschickt:

Ich bin sehr gespannt was du von der neuen Version von Kass hältst - jede kritik ist gern gesehen. —Trudy

Ich war schon beim ersten Anblick völlig hin und weg. Ein paar technische Sachen habe ich bemerkt und geschrieben, aber das wichtigste war - und ist:

Erster Eindruck: Boah! Wahnsinn! —Drak

Trudy beherrscht die Kunst, ihre Bilder lebendig werden zu lassen. Und das ist die Essenz dessen, was Leute berührt. Gute Technik baut eine Brücke zwischen der Künstlerin und den Betrachtern des Bildes. Das innere Leben berührt über diese Brücke unser innerstes Wesen.

Ihre eigene Beschreibung des Bildes findet ihr in ihrem Blog (mit Selbstkritik — und noch viel mehr tollen Bildern!).

Meine zweite Mail zur Zeichnung - weil ich mich in der ersten nicht getraut habe, es direkt zu fragen:

Hi Trudy, Eine wichtige Frage habe ich noch: Darf ich es verwenden? (*bitte bitte bitte ganz lieb guck*) ^_^ *knuddel* Arne

Sie sagte ja „ich würde mich freuen ^__^“! - und damit hat Technophob das erste echte Charkterbild - YAY!

Darf ich sagen2, dass Trudy Wahnsinn ist?

Danke Trudy! Du bist toll!

Und jetzt zu dem, was sich dadurch für Technophob ändert:

Casilda "Kass" Aguero

„Schlagfertige, anarchistische Kryptographin mit massiven Beziehungsproblemen auf der Suche nach der Wahrheit über die Rebellen.”

  • Beschreibung: Anarchistische Hackerin von Nerde.
  • Zitat: "Wer hat das beschlossen?"
  • Motivation: Will die Wahrheit über die Rebellen herausfinden.

Eigenschaften:

  • Zielstrebig: + (15)
  • Stur: + (15)
  • Schlagfertig: + (15)

Beruf: Hackerin: + (9)

Fertigkeiten:

  • Kryptographie: ++ (15 | 17)
  • Kampfsport: + (12 | 14)
  • Anarchismustheorie: + (12 | 13)

Merkmale:

  • Computeraffinität (Bonus von 3): +
  • Primitive Technologie: -
  • Authoritätsfeindlich: -
  • Kann keine Beziehungen über mehr als ein paar Wochen führen: -
  • Loyal gegenüber Freunden (würde es aber nie zugeben): -

Besondere Ausrüstung: Laptop: +

Notizen: Hört ständig Trash-Punk und hat ihren Laptop immer dabei.

(Auszug aus der Beschreibung von Kass in Technophob - wenn ihr das ganze Buch lesen wollt, fangt am Besten mit dem Einstieg an: Gefahren für Hacker und Die Geschichte beginnt)

Und nochmal in Groß ☺

  1. Der improvisierte Kommunikator fehlte bisher in der Beschreibung, und Trudy hat ihn trotzdem gezeichnet! Schattenwürfe auf spätere Kapitel über die Illustrationen: YAY! 

  2. Ja, die Frage, ob ich sagen darf, dass Trudy Wahnsinn ist, war rhetorisch: Ich würde mich eh nicht dran halten, wenn ich es nicht dürfte, dafür ist sie schlicht zu gut ☺ 

AnhangGröße kass_tumblr_ne2arinKZX1rj0agvo1_1280.jpg310.87 KB

Eigene Würfelimplementierung in Python

Di, 2014-10-07 20:30

Mit
git clone https://github.com/SaschaMester/W-rfel

kann man sich noch eine kleine eigene Implementierung eines Würfels herunterladen.

Der Würfel ist als Modul gestaltet ( muss also in eigenen Python-Programmen mit from wuerfel import * importiert werden ), eine kleine Beispielimplementierung und eine Dokumentation liegen bei.

Nur mal als ne kleine Idee - meine Idee von gestern war zwar noch größer, aber ich werde an dem Würfelbeispiel auch noch weiter basteln. ;)

Kann mir mal jemand den Link zu eurem Git-Repository nennen?

Mo, 2014-10-06 20:44

Hallo ;)

Da ich gerade mich nebenbei in Python einarbeite, suche ich natürlich ne sinnvolle Aufgabe ;)

Kann mir mal nochmal jemand sagen, wo ich hier den Link zu eurem Git-Repo finde? Ich stellte ja schon fest, dass sich auch dort Python-Scripts tummeln. ;)

Eventuell habe ich einen Ansatz für einen Würfel - dafür müsst ich aber die Logik des schon Vorhandenen sehen, nicht dass meine Idee deckungsgleich ist. ;)

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